Der unterschätzte Schatz der Ostsee

Die weiten Sandflächen, die Sie rund um die dänischen Inseln finden, sind perfekte Plattfischreviere. Seltsamerweise fischen nur wenige „ernsthafte dänische Angler“ auf die leckeren Schollen, Flundern und Klieschen, denn „Plattfischangeln, das ist was für Kinder.“ Und in der Tat ist das Plattfischangeln in Dänemark kinderleicht. Ein Haken, ein Gewicht, ein Wurm, ein kurzer Wurf – und schon ruckelt die Rutenspitze...

Die Plattfischsaison beginnt im April und dann geht die gute Zeit von Mai und Juni mit einem kleinen Sommerloch über den September, Oktober und November bis in den Dezember. An tieferen, strömungsreichen Stellen können Sie aber auch im Hochsommer, also im Juli und August, hervorragend Plattfisch fangen! Beim Fischen mit der Grundrute fängt man in der Regel Flundern und Klieschen.

Angler mit Plattfisch

Tipp: Einfache „Plattfisch-Systeme, auch „Buttsystem“ oder „Butt-Paternoster“ genannt, reichen aus, um erfolgreich zu fischen. Einfach aus der Packung nehmen, ein 50-Gramm-Blei ans untere Ende, mit Wurm oder Fischstückchen beködern, schon kann es losgehen.

Brandungsangler fischen meist im Bereich der zweiten Sandbank und holen sich mit weiten Würfen oft die größeren Plattfische. Flundern und Klieschen um die 50 cm sind immer drin und manchmal beißt auch eine der begehrten Schollen. Außerdem fangen Brandungsangler häufig, neben den Plattfischen, auch schöne Dorsche.

Tipp: Versehen Sie Ihre Brandungsvorfächer mit Lockperlen! Neben Gelb und Orange ist die Farbkombi „Fire-Tiger“ echt heiß! Übertreiben Sie es mit den Perlen aber nicht, ein bis zwei Perlen reichen aus.

Sehr unterhaltsam ist das Plattfischangeln vom Boot. Hier bieten sich mehrere Möglichkeiten. Vom treibenden Boot ist eine über den Grund schleifende Montage extrem effektiv, da eine große Fläche abgesucht werden kann. Vom Boot aus werden, vor allem beim Fischen in größeren Wassertiefen (über 15 Meter), oft auch Schollen gefangen.

Eine aktivere Methode ist das Fischen mit dem Buttlöffel. Bei diesem Spezialblinker wird ein ca. 20 bis 30 cm langes Vorfach angeknotet, an dem sich ein mit Wurm oder Fisch beköderter Haken befindet. Der Buttlöffel wird ausgeworfen und, sobald er am Grund angekommen ist, langsam eingeholt. Die neugierigen Plattfische werden vom Buttlöffel angelockt und schnappen sich dann den Köder. Manchmal folgen sie diesem sogar bis an die Oberfläche.

Die dritte Methode ist das Posenangeln vom verankerten Boot, wobei eine große Laufpose (Tragkraft 8 bis 15 Gramm) montiert wird, die den Köder etwa 20 cm über Grund hält. Das Auf und Ab der Pose in den Wellen lässt den Wurm dicht über dem Grund auf und ab hüpfen – und das ist für Plattfische einfach unwiderstehlich!

Tipp:Fischen Sie einmal in einer warmen Sommernacht mit der Leuchtpose auf Plattfisch. Sie werden sich wundern, wie schnell sich eine Fischkiste füllen kann. Diese Fischerei macht süchtig!

Checkliste Grundangel und Bootsfischen
  • Rute: 3 bis 3,30 m lange Spinnrute, Wurfgewicht 20 bis 40 Gramm, vom Boot 30 bis 60 Gramm.
  • Rolle: 3000 oder 4000er Größe.
  • Schnur: 0,28er Monofil oder 0,14er Geflochtene.
  • Vorfach: Butt-System oder Einzelhaken („Butthaken“) der Größe 1 mit 0,30er Vorfach.
  • Köder: Wattwurm, Seeringelwurm, Tauwurm, Fischstückchen (Hering, Makrele…)

  • Weitere Ausrüstung:
    Gewichte (um 50 Gramm), Laufpose und Schrotblei, Messer, Lösezange.
Checkliste Brandungsangeln
  • Rute: Lange Grundrute (um 4 m), Wurfgewicht 100 bis 150 Gramm.
  • Rollen: 5.000er (oder größer) mit 0,35er Hauptschnur und 0,45 bis 0,55 Schlagschnur.
  • Grundbleie: 80 bis 150 Gramm.
  • Haken: Brandungssysteme mit Lockperlen (orange oder gelb) und zwei Haken, einer oberhalb, einer unterhalb des Bleis. Hakengröße 1 bis 2/0.
  • Köder: Watt- oder Seeringelwurm, Tauwurm, Fischstücke, Lockperlen.

  • Weitere Ausrüstung:
    solider Rutenhalter (Dreibein), Lösezange, Messer, Eimer, Ersatzvorfächer.