Meerforelle – der Silberschatz des Salzwassers

 

Die Nord- und Ostsee bieten Chancen, von denen man als Angler im Binnenland kaum zu träumen wagt: Vom flinken Hornhecht über dicke Dorsche ist hier alles drin. Ein wahrer „Silberschatz“ sind jedoch kämpferische Meerforellen!

Noch vor 20 Jahren kannte kaum ein Angler die Meerforelle, nur wenige Spezialisten fischten gezielt auf diese großwüchsigen Forellen. Das hat sich inzwischen geändert, die Meerforelle ist DER Fisch der Ostseeküste geworden – obwohl man ihn auch an der Nordseeküste fangen kann. Doch das machen derzeit nur Spezialisten. Geschichte wiederholt sich…


Wenn Sie noch nie auf Meerforellen gefischt haben (Checklisten für alle Methoden finden Sie unten!), hier fünf Tipps zum Spinnfischen.

  1. Stellen Sie die Bremse sanft ein, damit die Meerforelle sofort Schnur nehmen kann.

  2. Schließen Sie den Schnurfangbügel kurz bevor Ihr Spinnköder das Wasser berührt. So erhalten Sie schneller Kontakt zum Köder.

  3. Kurbel Sie extrem schnell, bis Sie Kontakt zum Köder haben. Achtung! Viele Bisse kommen nach den ersten 10 Kurbelumdrehungen!

  4. Führen Sie den Spinnköder generell schnell, auch im Winter. „Nachläufer“ sind ein Zeichen für einen zu langsamen Köder!

  5. Drillen Sie Meerforellen sanft, aber mit Nachdruck. Und bleiben Sie ruhig, auch wenn es schwerfällt, und verwenden Sie einen großen Watkescher.

Wo finde ich Meerforellen an der Küste?

Vom Prinzip her finden Sie Meerforellen an der gesamten Küste, doch die Verteilung der Fische ist ähnlich wie im Süßwasser. Meerforellen halten sich an Stellen auf, an denen sie Nahrung und Schutz finden.

Gute Küstenstellen an der Ostsee sind beispielsweise Steilküsten, an denen sich neben den Meerforellen auch Dorsche gerne aufhalten. Große Steine, Tangfelder und tieferes Wasser dicht unter Land sind immer „heiß“, vor allem in den wärmeren Monaten ab Mai. Selbst im Hochsommer, also von Mitte Juli bis Ende August, können Sie in an solchen Stellen Meerforellen fangen, sobald die Sonne hinter dem Horizont versinkt.

Außerdem sind tiefere Rinnen, Muschelbänke oder kleine Riffe äußerst interessant, ohne Erfahrung aber etwas schwer zu finden. Leicht zu finden hingegen sind Landspitzen, die ins Meer ragen! Die Strömung, die an diesen vorbeizieht, bringt kühleres Tiefenwasser und Nahrung mit sich.

In den kalten Monaten, also etwa bis Ende April, sind hingegen die Bereiche mit sogenanntem Leopardengrund (Seegrasfelder, die von Sandflächen durchzogen sind) für Meerforellen interessanter – und auch für Angler, die diesen Fisch fangen wollen.

Selbst im eisigen Winter sind Meerforellenfänge möglich! Die Meerforellen suchen dann häufig geschützte Buchten mit weichem, dunklem Untergrund auf. Warum? Dieser Untergrund erwärmt sich bei Sonnenschein und gibt diese Wärme an das Wasser ab – und im Winter zählt jedes Grad Wassertemperatur!

Tipp: Je kälter es ist, desto geschützter sollte der Bereich sein, in dem Sie fischen! Suchen Sie als Meerforellenfischer im Winter geschützte Buchten mit wärmerem Wasser auf, im Sommer hingegen die offene Küste mit kühlerem Wasser! Erfahrene Meerforellenfischer haben ein Thermometer dabei, denn 1 Grad mehr oder weniger kann über den Fang entscheiden!

 

 

Wenn Sie an der Nordsee auf Meerforellen fischen wollen, versuchen Sie es in der Nähe von Steinschüttungen (zum Beispiel Buhnen), diese Bereiche sind äußerst attraktiv für Meerforellen – und auch Wolfsbarsche, die in der Nordsee von Juni bis November häufig gefangen werden!

Tipp: Besuchen Sie am ersten oder zweiten Tag Ihres Urlaubs einen Angelladen und erkundigen Sie sich freundlich, ob Meerforellen gefangen werden und ob Sie einen Tipp bekommen könnten. Sie werden ihn bekommen! Scheuen Sie sich nicht zu fragen - der Silberschatz der Ostsee ist so groß, dass die gastfreundlichen Dänen diesen gerne mit Ihnen teilen.

 

Checkliste Fliegenfischen
  • Fliegenrute der Klasse 7 oder 8, Länge 9ft (270 cm) plus Rolle.

  • Schnur: Schwimmschnur (Schusskopf oder Long Belly).

  • Vorfach: 3 Meter oder länger. Ideal ist Fluorocarbon oder eine Intermediate-Spitze (Polyleader).

  • Fliegen: Garnelen-Muster, Magnus, in Sommernächten „Gurgler“.

Checkliste Sbirolinofischen
  • 3,60 bis 4 m lange Rute, Wurfgewicht: 15 bis 50 Gramm.

  • Rolle: 3000 oder 4000er Größe, mit niedriger Übersetzung.

  • Sbirolinos: 10 bis 30 Gramm, langsam sinkend.

  • Langes Vorfach (mind. 3 m) in der Stärke 0,28 mm.

  • Weiteres: Weiche Stopperperlen, Sövik-Wirbel („Norwegenwirbel“).

  • Fliegen: Garnelen, Magnus, Seeringelwurm.

Checkliste Spinnfischen
  • 3 bis 3,3 m lange Spinnrute, Wurfgewicht 20 bis 40 Gramm.

  • Rolle: 3000 oder 4000er Größe.

  • Schnur: 0,28er Monofil oder 0,14er Geflochtene.

  • Wirbel: Sövik-Wirbel („Norwegenwirbel“).

  • Köder: schlanke Blinker, kleine Küstenwobbler (10 bis 20 Gramm).

  • Farben: Silber, Grün-Silber fangen ganzjährig. Im kalten Wasser fangen Reizfarben (Rot/Orange/Gelb). Nachts fangen schwarze Köder.