Dorsche – die Leoparden der Ostsee

Lange Zeit stand es nicht gut um den Dorsch in der Ostsee, doch die Bestände haben sich erholt und sind stellenweise außerordentlich! Bornholm und die Ostküste Langelands sind hier an erster Stelle zu nennen, doch auch auf den anderen Inseln können Sie mit passablen Fängen rechnen.

In den Monaten April und Mai und dann wieder im Herbst, in den Monaten Oktober, November und Dezember, kommen die Dorsche dicht unter Land. Wenn die Bedingungen passen, kommen diese Fische sogar in Wurfweiten, die Sie mit der Spinn- und teilweise sogar mit der Fliegenrute erreichen können. Schon so mancher Meerforellenangler glaubte minutenlang, eine starke Meerforelle zu drillen, die sich dann als Dorsch entpuppte. Dorsche sind im Flachwasser starke Kämpfer!

Tipp: Beim Spinnfischen sollten Sie den Köder langsam und gleichmäßig einholen. Gute Köder sind Blinker oder Küstenwobbler in den Farben Rot/Schwarz und Gelb/Orange/Schwarz. Tagsüber beißen Dorsche auch auf Naturfarben (Grün/Silber), wenn sie hinter den Sandaalen her sind, in dunkler Nacht sind komplett schwarze Blinker oder Küstenwobbler die beste Wahl.

Wenn Fliegenfischer gezielt auf Dorsch fischen, dann knoten sie meist einen schwarzen Wooly Bugger oder eine orangefarbene Garnele an. Der Erfolg gibt ihnen recht.

Die Monate April und Mai sowie Oktober, November und Dezember sind zudem die Spitzenmonate für das Brandungsangeln auf Dorsch – was nicht heißen soll, dass man nicht auch im März, Juni und September mit dicken Stranddorschen rechnen darf. Auf Langeland und Bornholm können auch diese Monate sehr gut sein, das tiefe, strömende Wasser macht es möglich.

Mit dem Boot oder Kutter auf Dorschtour

Natürlich können Sie auch vom Sportboot oder vom Kutter aus auf Dorsch fischen, diese Fischerei bietet auch in den Monaten Juni, Juli und August hervorragende Möglichkeiten, um bei perfektem Wetter dicke Dorsche zu fangen! Küstentaugliche Sportboote können Sie in Dänemark in einigen Häfen chartern, das Boot sollten Sie sich jedoch vor dem Urlaub bereits reservieren.

Mittelschwere Spinnruten (Wurfgewicht 30 bis 60 Gramm) und Pilker mit Gewichten um 40 Gramm reichen im Regelfall aus, um vom Sportboot aus erfolgreich auf Dorsch zu fischen.

Außerdem gibt es von mehreren Häfen aus die Möglichkeit, mit dem Kutter in See zu stechen und während der Tagestour auf Dorsch zu fischen.

Wenn Sie vom Kutter aus fischen, sollten Sie das Gerät solide wählen. Ruten mit Wurfgewichten zwischen 70 und 100 Gramm und 70 Gramm schwere Pilker reichen meist aus, doch bei starker Drift muss auch schon mal ein 100-Gramm-Plus-Pilker ins Rennen.

Dorsch mit Loktopussy Fliege

Tipp: Setzen Sie einen Beifänger ein, der ca. 70 cm oberhalb des Pilkers befestigt wird. Twister in den Farben Schwarz und Rot-Orange („Japanrot“) fangen am besten. Geradezu legendär ist übrigens die Dorschfischerei vor Bornholm – Sie sollten sich den Begriff „Adlergrund“ merken. Der Adlergrund steigt aus rund 60 Metern Tiefe westlich von Bornholm steil an und endet nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche. Dort ist der Dorschbestand „wie in den guten alten Zeiten“, da Netzfischer einen großen Bogen um diese Untiefe machen.

Tipp: Wenn Sie über Krautfeldern fischen, Hänger im Blasentang sind sehr hartnäckig, sollten Sie den Drilling gegen einen Einzelhaken austauschen. Dadurch werden Sie gute Dorsche sauber haken, weniger Hänger bekommen und können untermaßige Dorsche leicht zurücksetzen.

Checkliste Spinnfischen
  • 3 bis 3,30 m lange Spinnrute, Wurfgewicht 20 bis 40 Gramm, vom Boot 30 bis 60 Gramm.
  • Rolle: 3000 oder 4000er Größe.
  • Schnur: 0,28er Monofil oder 0,14er Geflochtene.
  • Wirbel: Sövik-Wirbel („Norwegenwirbel“).
  • Köder: Blinker, Küstenwobbler (20 bis 28 Gramm).
  • Farben: Rot, Orange, Gelb, gerne mit Schwarz als Kontrast. Nachts fangen schwarze Köder, wenn Dorsche Sandaale jagen, ist die Kombination Grün/Silber perfekt.
  • Weitere Ausrüstung:
    Wathose, Watjacke, Polbrille, Cap, Watkescher.
Checkliste Brandungsangeln
  • Rute: Lange Grundruten (um 4 m), Wurfgewicht 100 bis 150 Gramm.

  • Rollen: 5.000er (oder größer) mit 0,35er Hauptschnur und 0,45 bis 0,55 Schlagschnur.

  • Grundbleie: 80 bis 150 Gramm.

  • Haken: Brandungssysteme mit Lockperlen (orange oder gelb) und zwei Haken, einer oberhalb, einer unterhalb des Bleis. Hakengröße 1 bis 2/0.

  • Köder: Watt- oder Seeringelwurm, Tauwurm.

  • Weitere Ausrüstung:
    solider Rutenhalter (Dreibein), Lösezange, Messer, Eimer, Ersatzvorfächer.
Checkliste Pilkfischen
  • 2,70 bis 3,30 m lange Spinnrute, Wurfgewicht 70 bis 100 Gramm.

  • Rolle: 4000er oder größer.

  • Schnur: 0,38er Monofil oder 0,20er Geflochtene.

  • Wirbel: Sövik-Wirbel („Norwegenwirbel“).

  • Köder: Pilker in den Farben Rot, Orange, Gelb (Gold), gerne mit Schwarz als Kontrast. Grün/Silber oder Blau/Silber fangen ebenfalls gut.

  • Beifänger: Twister (schwarz, rot, orange, japanrot) auf soliden Einzelhaken (Gr. 2/0) am 0,50er Vorfach.

  • Weitere Ausrüstung:
    Lösezange, Messer, Fischkiste, Ersatzvorfächer.